"Felsenbrüter" - Ivana Jeissing
- 12. Aug. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Warum endet eine große Liebe? Und wie fängt man nicht mehr ganz so jung trotzdem nochmal von vorne an?

Martha ist Anfang vierzig. Und wurde von ihrem Mann verlassen. Ihre Großtante Maud, eine Physikerin, die von Marthas Eltern in ein Altenheim abgeschoben wurde um das Haus der Großeltern verkaufen zu können, beschließt daher mit ihrer Großnichte auf die kleine Kanalinsel Sark zu reisen. Ein Vogelparadies, in dem es fast ständig regnet.
Schon bevor die Reise los geht macht Martha die Bekanntschaft des Bademeisters, in dessen Schwimmbad sie heimlich nachts einbricht und ihre Bahnen zieht. Dort erkennt sie auch, dass ihr Exmann sie nicht einfach nur verlassen hat, sondern mit einer neuen Geliebten dasselbe Schwimmbad seit Monaten aufsucht. Der schräge bauchsprechende Nachbar, der sich in eine russische Schlangenfrau verliebt hat, steht Martha ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite.
Martha möchte eigentlich in Selbstmitleid und Zweifel zerfließen, doch manchmal kommt es anders als man denkt...
Ich habe das Buch an der Nordsee gelesen. Die mundraubenden Möwen im Blick, die sich so wie die Felsenbrüter vom Wind tragen lassen. So wie Martha spüre ich dann immer die große Sehnsucht nach Freiheit in mir. Nach einem Getragenwerden vom Leben. Vieles, das Ivana Jeissing erzählt habe ich am Ende meiner sehr langen Beziehung zu meinem Ex-Mann genauso erlebt. Das lange Warten am Abend auf das Heimkommen, im Bemühen eine gute Ehefrau zu sein. Zu kochen und alles perfekt zu machen. Hätte ich es früher gelesen wäre es mir vielleicht ein Warnschuss gewesen. Aber so ist es auch gut wie es ist und ich bemühe mich glücklich zu sein. Bücher wie "Felsenbrüter" sind ein solcher warmer Wind unter meinen Flügeln, der mir auch an Tagen, in denen die Unzufriedenheit in mir stürmt, den ersehnten Auftrieb gibt.



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